Drogen und Alkohol – Experten am Werk

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Ich hadere schon seit Jahren mit mir, wenn ich Experten zum Thema Drogen und Alkohol referieren oder diskutieren höre und sehe. Da ist also von Cannabis als Einstiegsdroge die Rede, von Heroin, Kokain und all diesen Tabletten, deren Namen ich noch nicht mal kenne. Das liegt daran, dass ich noch über das Wort EXPERTEN nachdenke und das tatsächlich themenbezogen. Und hier also mein grundlegendes Problem: Was ist denn Alkohol? Keine Droge? Weil im Zusammenhang mit Drogen der Alkohol einen Sonderstatus einzunehmen scheint, da er ja extra benannt wird. Oder ist das so, weil er besonders gefährlich ist?

Nun sind ja gerade Kiffer für ihre stundenlangen Monologe darüber bekannt, wie gesund Cannabis ist, kann ich mir vorstellen, in welche Schublade ich jetzt spontan gesteckt werde. Ist mir jetzt aber mal einfach egal.

Nur für diejenigen, die es interessiert: Bei Selbstversuchen vor etwa 30 Jahren hat mich Cannabis müde gemacht, mehr war da nicht. Die Partys waren mehrere Male zwischen 21 und 23 Uhr für mich vorbei. Seitdem habe ich mich für Alkohol entschieden, wenn es um Genussmittel geht. Rein rational gäbe es eine Situation, in der ich mich für Cannabis entscheiden würde – genau wegen oben genannter Wirkung auf mich. Wenn ich chronisch krank wäre, würde ich statt die Pharmaindustrie zu füttern lieber auf dieses pflanzliche Mittel zurückgreifen, um Schmerzen zu lindern usw. Aber ich bin zum Glück nicht chronisch krank und stehe daher nicht vor einer solchen Entscheidung. Ich kann hier locker von der Leber wegplaudern, die noch sehr gesund ist, weil ich eine 0,0-Promille-Anhängerin bin und insofern der Alkohol für mich persönlich und selten genug Genussmittel bleibt. Und ich glaube mit dieser recht kurz gefassten Philosophie stehe ich nicht allein da, sondern teile diese mit den meisten Menschen.

Das heißt, Alkohol und Cannabis haben durchaus einen Sinn und Zweck, sogar auf Nikotin trifft das zu. Warum aber nimmt der Alkohol nun einen Sonderstatus ein?

Ortswechsel: Empfang in der hohen Politik. Einige der obersten Zehntausend treffen sich zu einem steuerzahlerfinanzierten Event. Das obligatorische Tablett mit Sekt und Orangensaft wird herum gereicht. Der zuvorkommende Kellner fragt die besser gestellte Kundschaft: „Hier sind Drogen und Saft, bitte greifen Sie zu.“ So mutiert der Kellner zum Dealer. Das ist ja noch okay für die Gemeinschaft.

Doch die Eigenverantwortlichkeit für schlechte politische Entscheidungen wäre dahin, denn jeder Täter könnte dann sagen: „Oh, das tut mir leid – da muss ich wohl gerade Drogen zu mir genommen haben, als ich das befürwortete.“

Und wie ist es eigentlich mit Messies, deren Droge ist der Müll. Oder Spielsüchtige oder Sexsüchtige oder Kaufsüchtige…

Das sind so die Überlegungen, die mir durch den Kopf gehen, wenn so genannte Experten über Drogen und Alkohol sprechen. Hm.

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