Froschperspektive „An die Personaladministration“

Sehr ehrloser Brötchenspender,

ich wähle den schriftlichen Weg zu einer letzten Kontaktaufnahme, damit ich auch einmal zu Wort komme, da Sie zweifelsohne in den Klang der eigenen Stimme verliebt sind, was ein Gespräch mit mehr als Ihrer Partei so gut wie unmöglich macht. Als frei denkender Mensch, der über geraume Zeit in einem Arbeitsverhältnis zu Ihnen stand, erlaube ich mir ein paar abschließende Worte.

Wie Sie vielleicht bereits gemerkt haben, entbehrt dieser Brief einer natürlichen Achtung und jeder Form von Respekt die Sie für Sich gewohnt sind und auf welche Sie natürlich höchsten Wert legen, nur nicht dabei, diese auch anderen angedeihen zu lassen. Ein sehr allgemeines Phänomen bei Ihrem Menschenschlag, den ich gerne als „Kaste der Unternehmer des gehobenen Mittelstandes mit zerschrobener Wahrnehmung“ kategorisiere. Die übergroße Meinung die Sie von sich haben, stellt sogar noch einen Mount Everest in den Schatten, wobei sie keinerlei Grundlage bedarf.

Ich habe mich schon oft gefragt, ob Leute wie Sie das kapitalistische System hervorgebracht haben, oder das System die Menschen Ihres Schlages. Meines Erachtens kann die Welt jedenfalls gut auf beides verzichten. Bereits an diesem Punkt ist es fraglich, ob Sie überhaupt soweit gelesen haben, denn Ihre Zeit erscheint Ihnen ja kostbarer als die Gesamtlebensdauer eines ganzen Volkes. Sollten Sie es tun, so werde ich versuchen Sie nicht zu langweilen, was gar nicht einfach ist, da nur Geld allein Ihre Aufmerksamkeit erhält. Es mögen auch andere Werte in Ihrem Wortschatz auftauchen, wie Familie, Liebe, Würde oder Freundschaft, doch wissen wir beide, dass sie aus Ihrem Munde nur leere Begriffshülsen sind.

Nun zu Ihrer Auffassung von Realität. Die Kaste der Sie angehören, hat ihr ganz eigenes Konstrukt von Wirklichkeit, welches durch Widersprüche gekennzeichnet ist. Aufgrund Ihres menschenverachtenden Geschäftsgebarens sind Sie als skrupelloser Ausbeuter sehr treffend beschrieben, doch sehen Sie sich selbst als sensitiven Gönner und Philanthrop. Schlagen Sie das letzte Wort ruhig mal nach, ich weiß ja, dass Sie sich schon für intelligent halten, weil Ihnen der Begriff „Intelligenz“ bekannt ist. Ihre Angestellten, die redlich arbeiten und sich treulich abmühen, sind in den Augen von Leuten, wie Sie, nur dumme Esel, oder höchstens Menschenmaterial. Auch schmücken Sie sich gerne mit Attributen wie Mut, Zuverlässigkeit, Wohlwollen oder Vertrauenswürdigkeit, doch sind diese Charakterzüge Ihnen so uneigen, wie sie nur sein können.

Ich weiß nicht ob Ihre Wahrnehmung auf einer Hirnleistungsstörung beruht, ein Spleen ist, oder ob Sie die Welt nur durch einen pervertierten Zerrspiegel betrachten. Nur eines ist mit Sicherheit zu behaupten, Sie und die Menschen Ihres Schlages werden sich nicht ändern. Hoffen Sie einfach darauf, dass es keine ausgleichende Gerechtigkeit gibt die Ihnen zukommen lässt, was Sie eigentlich verdienen.

Und sollten Sie mal die Zeit finden über sich selbst zu reflektieren, hier noch ein kleiner Hinweis: Sie sind nicht die Krönung der Schöpfung! Ein Sattel macht ein Schwein auch nicht zum Rennpferd.

 

Unfreundlichst…

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