Facebook: Die Entfolgung

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Von Katrin Asmuss

Ja, es ist tatsächlich wahr: In Facebook kann man nicht nur irgendwelchen Seiten folgen, also deren Gefolge werden, sondern es gibt auch die Option der Entfolgung. Unglaublich, aber wahr!

Aufregung – wofür eigentlich?

Ich nehme ganz normal am Facebook-Geschehen teil. Das gehört einfach dazu, denn ansonsten ist man nicht vollumfänglich informiert in der heutigen Zeit. Doch schon von Anfang an hatte ich keinen Zugang zu der Aufregung um quasi nichts. „Haste schon gelesen, was X gepostet hat? Ist doch unglaublich, oder? Das geht ja überhaupt nicht. Wie kann man nur?!“ Ich sitze in solchen Situationen da und denke: „Typischer Fall von Nicht-Kommunikation, jedenfalls in meiner Welt.“ Da verabredet man sich im realen Leben und regt sich über Facebook auf.  Folgt also irgendwelchen Vorkommnissen, deren Follower (Folger) man gar nicht ist. Dann höre ich mir doch lieber die neuesten Nachbarschaftsstreitigkeiten an oder Getratsch aus dem Freundeskreis… Mittlerweile äußere ich diese Gedanken nicht mehr laut, weil ich mir doof vorkomme wegen der häufigen Wiederholungen, zu denen ich da gezwungen bin. Reicht denn das tägliche Leben und dessen Höhen und Tiefen nicht mehr, dass man sich in Facebook herumtreibt, um sich mal so richtig schön aufzuregen? Über nichts?

Entfolgung – für mehr Entspannung

Gestern gerade habe ich mich -sicherlich nicht zum letzten Mal- von etwas entfolgt, dessen Ergüssen ich halt nicht mehr zu folgen bereit bin. Ich nenne so etwas Energiesparen oder Selbst-Ökologie. Eine Bundestagsabgeordnete aus Eichwalde (bei Berlin), die einer Partei mit einem C (wie Christlich) angehört, hat im Rahmen ihres nun anstehenden Wahlkampfes und dem damit verbunden Stimmenfangsprozedere ein Post veröffentlicht, in dem es um den bösen Wolf ging. Jawoll, das böseböse Tier, das sein Unwesen in Brandenburg treibt. Da ging es auch um Jäger, die ihre Positionen darlegten… kurz und gut: Selbstverständlich entfolge ich mich von etwas, das mit dem Hobby (!!!) Jagen zu tun hat. Christlich, Jagen als Hobby und dann noch Opfer spielen? Nö, nicht das, was ich in meinem sozialen Umfeld haben möchte. Und zum näheren Nachdenken: 1. Der Wolf dringt nicht in den Lebensraum des Menschen ein, sondern der Mensch in den des Wolfes. 2. Jedem Kindergartenkind bringt man den verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren bei nach dem Motto „Keine Tiere zu Weihnachten schenken, wegen weil…“ – aber der Wolf wird mal vertrieben, dann wieder eingewildert, weil er sich nicht zu benehmen weiß… Muss ich mich mit derartigen Dummheiten auseinandersetzen? Nö. Also: Entfolgen.

Damit ist eigentlich das Thema Entfolgung auch schon erledigt, obwohl mir spontan noch etliche Entfolgungen (die automatische Rechtschreibkorrektur macht aus Entfolgung immer Entsorgung, was ich sehr nett finde) einfallen.  Doch das Aufschreiben dessen geht auf Kosten meiner Lebenszeit. Also belasse ich es an dieser Stelle dabei und kann mich wieder umso schneller wieder der realen Welt zuwenden. Punkt.

 

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